Self-Pity and Subjective Disease Gain

… Likewise in the social and mental area, during the first time my life with RA brought me new experiences:

Although it has become a quite popular thing to out oneself as depressed, mental health issues will earn only very few of us much positive social recognition.

A physical, a “real” illness, of which one is “innocent,” on the other hand, is regarded as serious. The question of wheter or not the affected person is worth less, which is one way or the other insolent, is then no longer asked that much. Our state of mind and our goodwill is doubted much less often. We are good patients and bravely bearing our ordeal.

If you not only get consolation due to your disease, but even more affirmation and more social connection than before in your life, you may get used to pity yourself and to be pitied by others.

One also can get a group affiliation on the spot or the internet about a rheumatoid arthritis and get through this appreciation that wasn’t there before to the needed extent.

The feelings of affirmation and comfort gained through the disease can quickly become a source of delightful feelings such as acceptance, accomplishment, and self-confidence. The less real self-esteem exists, the more tempting this doubtful profit can be.

One can even gain a group affiliation and get loving attention and thus appreciation due to the disease, which previously wasn’t available to the needed extent.

Once found there is hardly anyone who would easily turn on this source of happiness and false self-confidence – au contraire most people will automatically and naturally start to protect it.

Since: If something is taken to be soothing, of good use or as a source of well being, such as friendly attention or appreciation, the inner magnetic needle will point to it.

We are then interested in the problem rather than in a possible solution and slowing down in our interest to take healing-efforts for they would mean to leave the comfort zone.

Self-pity is the breeding ground for the disease to become a subjective gain. It is for this reason that one gets involved and arranges oneself with the RA, even it is incredibly hurtful to the body.

The subjective disease gain is often protected by life-lies brought forward with utter conviction – it is essential to turn on this poisonous things consequently and to live without them.

What we need is a change in our condition for the better no sentimentalism or substitute gratification. Let’s throw the inner focus on a life of personal malady-management overboard and become internally more independent!

Already the acknowledgment that one is sometimes more, sometimes less susceptible to everything with which he chains himself to the state of his condition is not pleasant but helpful.

This way I realized that I „benefited“ from my illness and at the same time was helpless in terms of finding a solution to my dilemma. I found the profit from my illness to be superficially pleasant. There were attention and appreciation from the doctor, the nurses, the pharmacists. For my life with pain and inflammation, for my problems, for my bravery, for my suffering, for my “reason”: not to complain, to keep my appointments punctually, to take my medication regularly, for my cooperation as a docile patient.

So I ended up gaining something for my rheumatism that I would have needed for my wishes, ideas, interests but also for my uncertainties, fears, my loneliness, and my helplessness.

Self-pity is the breeding ground for the disease to become a personal gain. It is for this reason that one gets involved and arranges oneself with it, even through one suffers from it at the same time.

So I would give an energetic refusal to my self-pity and my subjective disease gain every time I found them creeping into my mind. As always questioning was helpful:

Is it really about me as my whole self? Or is it just about me as a sick person?

Am I meant, will I be supported and loved for traveling my path even if that means deviating from the mainstream and making new experiences?

Or am I supported as long as I am the grist on somebody else’s mill?

What’s the point of my actions, in what way are they of use to me? Do I want to be healthier, fitter and stronger or the manager of my misery?

My descision blew all the sugarcoating and allowed me to look relentlessly upon my condition.

To that time the chronic inflammatory joint disease increasingly determined my life with pain and movement restrictons to which I could only adopt. Did I have a choice to change that?

Part two follows in the next post:  The Choice to Change 

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Selbstmitleid und subjektiver Krankheitsgewinn

Die Zeit meiner ersten Erfahrungen mit der rheumatoiden Arthritis brachte mir auch im sozialen und mentalen Bereich neue Erkenntnisse:

Selbst wenn es heute als populäres Outing gelten mag, von sich selbst zu sagen, man sei depressiv, bringen seelische Probleme den Wenigsten gesellschaftliche Anerkennung ein.

Im Gegensatz dazu gilt eine körperliche, eine „echte“ Erkrankung, für die man „nichts kann“, als ernsthaft und seriös und die Frage , ob man damit weniger wert wäre (die so oder so niveaulos ist), wird von einem Großteil der Umgebung dann nicht mehr gestellt. Der Geisteszustand und gute Wille des Betroffenen wird weitaus seltener angezweifelt. Er gilt als guter Patient, der sein Leid tapfer trägt. Schnell gibt es Mitleid und Anerkennung anderer Menschen für das eigene Schicksal und dass man sich mit der Krankheit in seinem Leben einrichtet.

Bekommt man durch seine Erkrankung nicht nur Trost, sondern sogar mehr Bestätigung und mehr sozialen Anschluss als zuvor in seinem Leben, gewöhnt man sich unter Umständen daran, Mitleid mit sich selbst zu haben und sich von anderen bemitleiden zu lassen. Man kann auch über eine Rheumatoidarthritis eine Gruppenzugehörigkeit vor Ort oder im Internet erlangen und durch sie eine Aufwertung bekommen, die man bisher nicht in diesem Maße hatte.

Je weniger echter Selbstwert vorhanden ist, umso verlockender ist der zweifelhafte Gewinn, denn dieses ebenso angenehme wie trügerische Gefühl der Bestätigung ist für den Selbstwert ein Lift nach oben.

Ist sie einmal gefunden, schneidet man sich diese Quelle der Befriedigung und des scheinbaren Selbstwertgefühls ganz natürlich nicht gern ab und beginnt sie automatisch zu schützen. Denn: existiert, wenn auch nur unterschwellig, das Gefühl davon, dass etwas hilfreich oder wohltuend war, wozu auch menschliche Aufmerksamkeit und Aufwertung gehören, richtet sich die innere Kompassnadel flugs danach aus.

Wir sind dann daran interessiert, das Problem aufrecht zu erhalten und bremsen uns aus eigenem Interesse in Bezug auf Ausheilungsbemühungen, die bedeuten würden, das Nest aus (Selbst-)Mitleidswärme und Versorgung, die uns durch die Krankheit, durch uns selbst wie auch von anderen zuteil wird, zu verlassen.

Der subjektive Krankheitsgewinn ist der Nährboden dafür, dass man sich auf die Erkrankung einrichtet, sich mit ihr arrangiert, obwohl man zugleich an ihr leidet. Er wird oft von im Brustton der Überzeugung vorgebrachten Lebenslügen geschützt. Es ist wichtig, ihm so lange es eben braucht, konsequente Absagen zu erteilen, bis wir diese giftige Kröte ganz aus unserem Brunnen entfernt haben.

Wir brauchen die Verbesserung unseres gesundheitlichen Zustandes und keine Gefühlsduseleien und Ersatzbefriedigungen. Werfen wir also die innere Ausrichtung auf ein Leben mit dem persönlichen Missstand über Bord und machen uns innerlich unabhängiger.

Bereits das Eingeständnis an sich selbst, dass man mal mehr, mal weniger anfällig für alles ist, womit man sich selbst noch zusätzlich an den eigentlichen Krankheitszustand bindet, ist nicht angenehm aber hilfreich.

So stellte ich fest, dass ich von meiner Erkrankung „profitierte“ und in Bezug auf echte Lösungen ratlos war. Ich empfand den Gewinn aus meiner Erkrankung als vordergründig angenehm. Es gab Aufmerksamkeit und Anerkennung von Arzt, Schwestern, Apothekern … für mein Leben mit Schmerz und Entzündung, für meine Probleme in gewissem Maße: für meine Tapferkeit, für mein Leiden, für meine „Vernunft“ nicht zu klagen, meine Termine pünktlich einzuhalten, meine Medikamente regelmäßig einzunehmen, für meine Mitarbeit als folgsamer Patient.

Ich bekam damit für mein Rheuma etwas, das ich für mich selbst, für meine Bedürfnisse, Wünsche, Ideen, Interessen aber auch für meine Unsicherheiten, Ängste, meine Einsamkeit und meine Ratlosigkeit hingegen vermisste.

Deshalb erteilte ich meinem Selbstmitleid und meinem subjektiven Krankheitsgewinn eine energische Absage, sobald ich sie bei mir entdeckte. Dabei nützten mir die Fragen an mich selbst:

Geht es hier tatsächlich um mich selbst, oder nur um mich als Kranken?

Bin ich wirklich selbst gemeint, werde ich in meinem eigenen Weg geschätzt und befördert, auch wenn ich von der allgemeinen Meinung abweiche und meine eigenen Erfahrungen mache? Oder nur so lange mein Leben mit der Erkrankung Wasser auf die Mühlen anderer Menschen bedeutet, die für sich selbst einen gewissen Nutzen aus meiner Situation ziehen?

Was habe ich von dieser oder jener Verhaltensweise, was bringt sie mir?

Will ich gesünder, fitter und stärker werden oder nur Manager meiner persönlichen Missstände sein?

Mit meiner Entscheidung ging ich endgültig durch eine innere Tür und sah ich meinen Zustand im erbarmungslos hellen Tageslicht vor mir. Hatte ich eine Wahl, ihn zu ändern?

Teil Zwei folgt im nächsten Blogpost: Habe ich eine Wahl?

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Picture: Andrey Grushnikov  on pexels.com

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