The self-pity and disease gain-trap

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 Likewise in the social and mental area, my time with RA brought me new experiences:

Hardly anyone wants to be stigmatized as a „psychosomatic“ because of rheumatoid arthritis. We want to be socially recognised and taken seriously.

And although it can occasionally be a quite popular thing to out oneself as depressed, mental health issues (no matter if they show up solely within the mind or affect the body too) will earn only very few of us much positive social recognition.

On the contrary, a “purely” physical, a “real” illness, of which one is “innocent,” on the other hand, is regarded as “serious”. The question of whether or not the affected person is of a lesser worth, which is, either way, insolent, is then no longer asked that much by the social environment. Our state of mind and our goodwill are doubted much less often. We are good patients and bravely bearing our ordeal. And very quickly there will be a pity for the fate of the sufferer and appreciation if he „accepts“ his disease. Additionally, rheumatoid arthritis can lead to belongingness to other sufferers and become a source of appreciation and kind attention that wasn’t there before to the needed extent.

In this case, the disease turns from a burden to a benefit.

The less real self-esteem exists, the more tempting the doubtful profit can be for the feelings of affirmation and comfort gained through the disease will boost the self-confidence. 

I found the profit from my illness to be superficially valorising. There were attention and appreciation from the doctor, the nurses, the pharmacists. For my life with pain and inflammation, for my problems, for my bravery, for my suffering, for my “reason”: not to complain, to keep my appointments punctually, to take my medication regularly, for my cooperation as a docile patient. Out of this situation arose a role for me that was on one hand shaped by others but on the other hand designed by me so I could identify with it. I pitied and appreciated myself for my suffering. 

Once found there is hardly anyone who would quickly turn down this source of happiness and false self-confidence – au contraire most people will automatically and naturally start to protect it.

Since if something is taken to be soothing, of good use or as a source of well being, such as loving attention or appreciation, the inner magnetic needle will point to it.

As always questioning was helpful:

Is it really about me as my whole self? Or is it just about me as someone sick?

Am I meant, will I be supported and loved for travelling my path even if that means to deviate from the mainstream and to make new experiences? Or am I supported only as long as I am the grist on somebody else’s mill?

What’s the point of my actions, in what way are they of use to me?

Am I afraid of a social stigma as psychologically ill and to blame for my disease and therefore try to ignore the fact that mental aspects also play a role in the development and maintenance of many physical illnesses?

Do I want to be healthier, fitter and stronger or just the manager of my misery?

My decision blew all the sugarcoating and allowed me to look relentlessly upon my condition. Did I had the chance to change it?

Part two: The Choice to Change 

All the best!

Laureen

Feel free to contact me about the HeilÜben-coaching and training!

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Die Selbstmitleid- und Krankheitsgewinn-Falle

Meine Zeit mit der rheumatoiden Arthritis brachte mir auch im sozialen und mentalen Bereich neue Erkenntnisse.

Kaum jemand will wegen einer rheumatoiden Arthritis als psychosomatisch Erkrankter stigmatisiert werden. Ganz im Gegenteil – wir wollen gesellschaftlich anerkannt und ernst genommen werden.

Denn selbst wenn es heute zuweilen als populäres Outing gelten mag, von sich selbst zu sagen, man sei depressiv, bringen seelische Probleme und dabei auch solche, die sich merklicher als andere im Körperlichen widerspiegeln, im Allgemeinen den Wenigsten gesellschaftliche Anerkennung ein.

Im Gegensatz dazu gilt eine “rein” körperliche, eine „echte“ Erkrankung, für die man ja „nichts kann“, als ernsthaft und seriös und die Frage, ob man damit selbst schuld an seiner Erkrankung oder gar als Mensch weniger wert wäre, wird von einem Großteil des sozialen Umfeldes dann nicht mehr gestellt. Geisteszustand und Wille des Betroffenen werden weitaus seltener angezweifelt. Er gilt als guter Patient, der sein Leid tapfer trägt. Schnell gibt es Anerkennung anderer Menschen für das eigene Leid und dafür, dass man sich mit der Krankheit in seinem Leben einrichtet. Man kann auch eine Aufwertung durch eine Gruppenzugehörigkeit zu anderen Betroffenen von RA erlangen, die man bisher nicht in diesem Maße hatte.

Bekommt man durch seine Erkrankung mehr Bestätigung und mehr sozialen Anschluss als zuvor im Leben, stellt sie in dieser Hinsicht unter Umständen einen Gewinn dar.

Je weniger echter Selbstwert vorhanden ist, umso verlockender ist dieser zweifelhafte Gewinn, denn die ebenso angenehme wie trügerische soziale Bestätigung ist für das Selbstwertgefühl ein Lift nach oben.

Ich empfand den Gewinn aus meiner Erkrankung als vordergründig aufwertend. Es gab Aufmerksamkeit und Anerkennung von Arzt, Schwestern, Apothekern … für mein Leben mit Schmerz und Entzündung, für meine Probleme und für meine Tapferkeit, für mein Leiden, für meine „Vernunft“ nicht zu klagen, meine Termine pünktlich einzuhalten, meine Medikamente regelmäßig einzunehmen, für meine Mitarbeit als folgsamer Patient. Für mich ergab sich daraus eine Rolle, die sich mir einerseits von außen anbot und die ich andererseits selbst bereitwillig innerlich einnahm, mit der ich mich identifizierte. Ich bemitleidete und schätzte mich selbst für mein Leid an sich. 

Ist sie einmal gefunden, schneidet man sich diese Quelle der Befriedigung und des scheinbaren Selbstwertgefühls ganz natürlich nicht gern ab und beginnt automatisch, sie zu schützen. Denn existiert, wenn auch nur unterschwellig, das Gefühl davon, dass etwas hilfreich oder wohltuend war, wozu auch menschliche Aufmerksamkeit und Aufwertung gehören, richtet sich die innere Kompassnadel flugs danach aus.

Ich fragte mich:

Geht es hier tatsächlich um mich selbst, oder nur um mich als Kranke?

Bin ich wirklich selbst gemeint und werde auf meinem eigenen Weg geschätzt und befördert, auch wenn ich von der allgemeinen Meinung abweiche und meine eigenen Erfahrungen mache? Oder nur so lange mein Leben mit der Erkrankung Wasser auf die Mühlen anderer Menschen bedeutet, die für sich selbst einen gewissen Nutzen aus meiner Situation ziehen?

Was habe ich von dieser oder jener meiner Verhaltensweisen, was bringen sie mir? Brauche ich Selbstmitleid?

Habe ich Angst vor einer gesellschaftlichen Stigmatisierung als psychisch belastet und selbst schuld an meiner Erkrankung, und blende deshalb aus, dass auch seelische Aspekte bei der Entstehung und/oder Aufrechterhaltung vieler körperlicher Erkrankungen ganz natürlich eine Rolle spielen?

Will ich gesünder, fitter und stärker werden oder nur Manager meiner persönlichen Missstände sein?

Ich wollte keinen Gewinn aus meiner Krankheit mehr und mit Ideen dafür, wie ich mein Leben ohne ihn bewältigen konnte, wurde er auch unnötig für mich. Ich brauchte eine echte Verbesserung meines gesundheitlichen Zustandes und keine Gefühlsduseleien und Ersatzbefriedigungen.

Deshalb begann ich mit dem, was mir schon oft dabei geholfen hatte, Herausforderungen zu meistern und beschrieb mein Problem erst einmal genau:

Für mein Rheuma bekam ich etwas, das ich für mich selbst, für meine Bedürfnisse, Wünsche, Ideen, Interessen aber auch für meine Unsicherheiten, Ängste, meine Einsamkeit und meine Ratlosigkeit vermisste.

So stellte ich fest, dass ich mich innerlich an meiner Erkrankung fest hielt, weil ich in Bezug auf echte Lösungen ratlos war.

Dabei ist bereits das Eingeständnis an sich selbst, dass man mal mehr, mal weniger anfällig für alles ist, womit man sich selbst noch zusätzlich an den eigentlichen Krankheitszustand bindet, nicht angenehm aber hilfreich.

Ich lernte, wie sehr ich Zuwendung, Aufmerksamkeit, Wärme brauchte und dass genau diese zuvor weniger erkannten Bedürfnisse mich entgegen meiner offensichtlichen Interessen an Heilung so stark gesteuert hatten.

Mein subjektiver Krankheitsgewinn bestand also ebenso aus Anerkennung durch andere als auch aus Anerkennung durch mich selbst für mein Leid und mein Leben mit RA, was meine Identität und damit meine Herangehensweisen und Entscheidungen im Umgang mit der RA beeinflusste. Meist “klebte” eines buchstäblich am anderen und beides wurzelte in Schwierigkeiten, die ich ja auch tatsächlich hatte. Dieser subjektive Krankheitsgewinn war der Nährboden dafür gewesen, dass ich mich auf die Erkrankung eingerichtet und mich mit ihr arrangiert hatte, obwohl ich zugleich an ihr litt.

Deshalb hatte ich in meinen ersten Krankheits-Monaten ein unterschwelliges Interesse daran, an meinem Krankheitszustand festzuhalten, was mich in Bezug auf Ausheilungsbemühungen bremste, die bedeutet hätten, das Nest aus Aufwertung, (Selbst-)Mitleidswärme und Versorgung, die mir wegen der Krankheit, durch mich selbst wie auch von anderen zuteil wurde, verlassen zu müssen.

Zudem bietet ein solches Nest Gefühle von Sicherheit und Orientierung. Es aufzugeben bringt dagegen auch eigene Ängste und Befürchtungen stärker ins Bewusstsein. Will man eine solche Komfortzone aber dennoch verlassen, ist es wichtig, mit diesen Befürchtungen und Ängsten umgehen zu lernen. Dazu gehört, sie weder zu ignorieren, noch, sie zum alleinigen Mittelpunkt des eigenen Denkens zu machen.

Wir legen unser Leben mit ihnen nicht (mehr) in Ketten, lassen sie nicht unsere Gegenwart und Zukunft lenken und dabei so groß werden, dass wir nicht mehr über sie hinaus sehen können. Um sich selbst besser kennenzulernen, beispielsweise bei der eigenen Nabelschau oder im Rahmen einer Psychotherapie, können auch Befürchtungen durchaus mit Gewinn bearbeitet werden. Im Alltag dürfen sie ruhig mal an die Seite gestellt werden, denn durch langes fruchtloses Nachgrübeln über den Krankheitszustand kann dieser genau damit ahnungslos verstärkt und durch die eigene übermäßige Beachtung übermächtig werden, wenn sie mehr Sorgen, Zweifel, Ratlosigkeit, Traurigkeit und Scham hervorruft.

Diese sind als stete Begleiter einer Gesundung nicht sinnvoll, wenn wir uns mit ihnen nur im Kreis drehen, weil sie uns dann schwächen und somit unproduktiv sind. Dann bedeuten sie negativen Stress, durch den man nur eine Menge Energie verliert, anstatt mit dieser Energie Pflegendes, Schützendes und Stärkendes zu erreichen und seine Situation tatsächlich zu verbessern. Nicht mein Krankheitszustand zog von sich aus Energie von mir ab – ich selbst gab sie unwissentlich dafür her, bis ich herausfand, dass ich genauso gut auch damit aufhören konnte.

Also musste ich meine „Vorteile“ aus meiner Erkrankung aufgeben, bevor ich mich ernsthaft um meine Heilung kümmern konnte.

Denn solange ich Teil dieses Problems war, konnte ich es nicht verlassen. Es dauerte eine ganze lange Weile, bis ich diesem Zusammenhang auf die Schliche kam. Das wirkte befreiend von alten Denkmustern: Selbstmitleid und subjektiver Gewinn aus der Erkrankung verfingen seitdem nicht mehr bei mir. Sie werden oft als im Brustton der Überzeugung vorgebrachte Lebenslügen geschützt. Es ist wichtig, ihnen so lange es eben braucht, konsequente Absagen zu erteilen, bis man diese giftige Kröte ganz aus seinem Brunnen entfernt hat. Meine Wünsche und Bedürfnisse nach Schmerzfreiheit, nach Beweglichkeit und danach, den entzündlichen Prozess mit seinen zerstörerischen Folgen gänzlich zu beenden waren stärker.

Zugleich bestimmten die rheumatoide Arthritis und ihre Folgen mein Leben mehr und mehr durch Schmerzen und Bewegungseinschränkungen, auf die ich mich damals nur so gut wie möglich einstellen konnte.

Dabei laugte ich mehr aus, als ich mich erholen konnte. Ich gab überwiegend mehr Energie für den Krankheitszustand her, als ich für mich hereinholen konnte und lebte Tag für Tag erneut mit insgesamt weniger Energie, als ich eigentlich brauchte. Ich schaffte weniger, war schneller müde und brauchte meine Reserven auf.

Also versuchte ich, mich so gut wie möglich dagegen an zu pflegen und wandte alles Verfügbare an, was ich aus meiner Erfahrung schon als hilfreich kannte. Ich konsultierte Ärzte, nahm Medikamente, stellte meine Lebensweise um.

Die RA blieb aber trotzdem erhalten, nahm mir weiter beständig Kraft und ich versuchte immer weiter, mich jeden Tag erneut so gut wie eben möglich zu erholen und zu kräftigen, wobei es auch Tage mit Hilfen, schönen Erlebnissen und Erleichterungen gab. Jedoch konnte ich mich insgesamt gesehen zu wenig regenerieren.

Die RA war nur besser oder schlechter zu handhaben. Mit der Verwaltung der Erkrankung kam ich nicht aus ihr heraus.

Ohne Ausheilung stopfte ich nur einige der Lücken, die von der chronisch entzündlichen Erkrankung beständig wieder bedingt wurden. Letztlich aber blieben die RA, der Kraftverlust durch sie und die eigenen Versuche, mit allem so umzugehen, dass ich meinen Tag überhaupt bewältigen konnte.

Diese RA-Tretmühle, das Missstandsmanagement wird oft sehr schnell lebensbestimmend und führt weiter in die Gewöhnung an den Krankheitszustand hinein anstatt heraus. Zeit und Energie gehen verloren, während sie wieder und wieder für im Wesentlichen mehr vom selben ausgegeben werden.

War da vielleicht noch etwas mehr, was ich eigentlich erreichen wollte, andere Ziele und Wünsche in meinem Leben? Etwas, das mehr war als nur das tägliche Ringen darum, sich auf dem jetzigen Stand zu erhalten? Wollte ich mich nicht weiterentwickeln, weitergehen, mehr aus mir machen und fitter, gesünder, erfolgreicher werden?

Wo in jedem einzelnen Tag war meine Zeit und meine Kraft dafür, mehr aus mir zu machen und meinen Alltag grundlegend zu verändern?

So geht es nicht weiter, sagte ich mir. Ich wollte unbedingt, dass sich etwas zum Besseren änderte, denn dieses Leben ist das einzige Leben, das ich habe. Ich wollte kräftiger sein, damit ich mir besser helfen konnte. Bloß was konnte ich anders machen? Hatte ich eine Wahl, meinen Zustand zu ändern?

 

Lesen Sie bei Teil Zwei dieses Artikels weiter: Habe ich eine Wahl?

Viel Freude und Erfolg!

Laureen

Zum Kontakt für das HeilÜben-Coaching und Training

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Categories arthritis, cure, HeilungTags , , , , , , ,

3 thoughts on “The self-pity and disease gain-trap

  1. Yoga Love VA 30. Jun 2019 — 23:44

    Well written!

    Liked by 1 person

      1. Yoga Love VA 1. Jul 2019 — 0:39

        I love you approach. Awesomeness! I have healed myself through yoga. I completely understand what you’re saying.

        Liked by 1 person

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