Die Problemmix-Falle

… Obwohl ich mich bei meinem HeilÜben speziell mit meiner überlastungsbedingten rheumatoiden Arthritis und deren Ausheilung beschäftigte, so betrafen doch die Auswirkungen von überlastender Anspannung und Entzündung nicht nur allein meine Gelenke und das sie umgebende Gewebe, sondern den gesamten Organismus.

Folgeerkrankungen der RA, die

  • sich durch im ganzen Körper fortsetzende Anspannung und Entzündung ergaben und
  • durch Schonhaltungen und eingeschränkte Beweglichkeit ausgelöst wurden,

machten den Krankheitszustand komplexer.

Hinzu kamen

  • Vorerkrankungen (Hausstaub- und Pollenallergie) sowie
  • weitere Folgen von überlastender Anspannung (siehe dazu hier)

Von Medikamenten mit all ihren Neben- und Wechselwirkungen einmal ganz abgesehen, erlebte ich also einen Problemmix aus Ursachen und Wirkungen, die sich gegenseitig bedingten und verstärkten.

Lange Zeit machte mich das ratlos, denn ich versuchte damals noch, einen Weg zu den Ursachen meiner überlastungsbedingten körperlichen Probleme zu finden, indem ich ihnen jeweils auftretenden Missempfindungen wie Schmerzen und Spannungsgefühle im Einzelnen zuzuordnen versuchte, denn in bestimmten einzelnen Situationen gelang mir das auch.

Traten Schmerzen und körperliche Einschränkungen in den gleichen Regionen auf, in denen bereits rheumatoide Arthritis festgestellt worden war, war mir eine Unterscheidung (zwischen Schwellungen wegen RA und Ödembildung) zunächst erschwert. Was fühlte ich denn nun gerade und was ging dabei in meinem Körper vor? Wann war es die rheumatoide Arthritis und wann etwas anderes?

Je mehr ich mich jedoch in meinen HeilÜbungen auf den Zusammenhang zwischen Schmerzabnahme und Entspannung konzentrierte, wurde mir die hinter Schmerzen und auch Entzündungen stehende Anspannung bewusst.

Umso mehr ich meine Anspannung beim  HeilÜben absenken lernte, umso mehr gingen neben der RA auch alle anderen überlastungsbedingten Beschwerden zurück.

Ein Beispiel:

Hat man zusätzlich zur RA aus den verschiedensten Gründen auch in den Händen und Armen Ödeme, landläufig als Wassereinlagerungen bezeichnet, macht sich das mit deren Anschwellen, beispielsweise beginnend mit dicken Fingern, kleinen Pölsterchen über bzw. zwischen den Fingergrundgelenken und über den Handwurzelknochen deutlich. Das ist lästig und kann seinerseits ein als störend bis schmerzhaft empfundenes Druckgefühl und Bewegungseinschränkungen hervorrufen.

Ebenso wie bei der rheumatoiden Arthritis ist auch bei Ödemen unbedingt der Gang zum Arzt erforderlich. Zusätzlich lohnte sich für mich die eigene Information über Ödemgymnastik und -massage im Speziellen und die Lymphologie im Allgemeinen.

Wie auch beim HeilÜben geht es bei der Ödemgymnastik um den Wechsel von Krafteinsatz und Entspannung bei Vermeidung von Fehlhaltungen. Bei der Ödemgymnastik soll dieser Wechsel den Lymphfluss anregen – beim HeilÜben schädliche Anspannung unterbrechen, abbauen und schließlich von vorn herein verhindern.

Mein Problemmix bestand aus Schmerzen und Schwellungen durch eine RA und dem unangenehmen Druckgefühl durch Wassereinlagerungen in meinen Armen und Beinen, Händen und Füßen. Er löste sich mit fortschreitendem HeilÜben dadurch auf, dass ich mir bei der RA und den Ödemen gleichermaßen über ausgleichende gesunde Bewegung bei gleichzeitiger Entlastung von Muskeln und Bindegeweben (auch von Fehlhaltungen) helfen konnte.

In Bezug auf Erkrankungen des Bewegungsapparates unterscheide ich grob zwei Arten der Entwicklung von Erkrankungen durch überlastende Anspannung von Muskeln und Sehnen, die auch durch Fehlhaltungen mit ausgelöst und aufrecht erhalten werden:

1. Überlastende Anspannung führt zuerst zu Verspannung,

die sich im Körper ausbreitet und spätestens für den Physiotherapeuten sowohl gut tastbar ist als auch in Haltungsschäden und Bewegungseinschränkungen sichtbar wird. Muskuläre Schmerzen machen dann auf drohende Zerstörung aufmerksam – auch auf die Gefährdung der Gelenke. Bei übermäßiger Anspannung werden über Muskeln und Sehnen auch Knochen und Gelenke im wahrsten Sinne des Wortes in Mitleidenschaft gezogen, mit denen sie verbunden sind und so unüblichen, schädigenden Belastungen ausgesetzt. Die mechanische Zerstörung von knöcherner Substanz beginnt und bedingt in fortgeschrittenem Verlauf auch eine schmerzhafte Entzündung im Gelenk, die Arthrose.

2. Überlastende Anspannung führt direkt zu Entzündung in Gelenken

Ebenso wie andere Menschen spanne auch ich meine Muskeln, um in vielen verschiedenen alltäglichen Bewegungsabläufen etwas zu halten und/oder zu bewegen. Meine gespannten und dabei zusammengezogenen und somit verkürzten (kontrahierten) Muskeln sind dann ebenso deutlich wie bei allen anderen sicht- bzw. tastbar. Um Stress nicht zu zeigen, ließ ich früher jedoch meine größeren Muskeln sowohl in der Bewegung als auch in der Körperhaltung wesentlich lockerer als viele meiner Mitmenschen ohne meine Anspannung zu senken. Dadurch blieb ich aber nicht gesünder, denn egal, um wie vieles lockerer ich meine größeren Muskeln ließ, sammelte sich dann auch bei mir Anspannung an, waren bei Anspannung durch Stress und auch durch Fehlhaltungen automatisch Muskel- und die Sehnenzellen direkt an Knochen und Gelenken in überlastender Weise angespannt, die bei mir damals in unangenehmen Situationen mein Bedürfnis nach Bewegung und zugleich nach stillem Verharren weiterleiteten. Zunehmend ging dieses körperliche Spannungsverhältnis in meine Gewohnheit über. Was sich im Nachhinein betrachtet vor dem Ausbruch meiner rheumatoiden Arthritis am Gefühl situativer Bewegungsunsicherheit bemerkbar machte. Meine Gelenke litten an überlastenden Reizen durch kleinräumigen, überlastenden Druck und Zug durch die an ihnen befindlichen gespannten und/oder kontrahierten (zusammengezogenen) Sehnenzellen und den mit diesen verbundenen Muskelzellen, ohne dass größere Muskeln oder Sehnen auffällig angespannt waren. Meine RA erwies sich für mich während meiner HeilÜbungen als Folge solcher Überlastungen. Meine Gelenke entzündeten sich im Gegensatz zu einer Arthrose ohne eine vorausgehende mechanische Zerstörung der knöchernen Struktur.

Aufgabe:

Schreiben Sie Ihre Erfahrungen und Erlebnisse mit RA und gegebenenfalls Ihrem eigenen Problemmix nieder. Das muss nicht in gefälligen Sätzen sein. Auch aussagefähige Stichpunkte in ihrer richtigen zeitlichen Abfolge geben Ihnen eine hilfreiche Übersicht.

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